
Hallo Sören, vielen Dank, dass Du Dir die Zeit genommen hast für das heutige Interview. Du bist Musikproduzent aus Hamburg. Sicherlich dürften Dich schon einige Leser kennen durch Deine Zusammenarbeit mit Kim Debkowski (DSDS 2010 Kandidatin), denn das mit Dir einen Song vor DSDS Zeiten aufgenommen hatte war ja Anfang des Jahres ein ganz großes Thema.Vielleicht magst Du kurz einmal erzählen, wie diese Zusammenarbeit damals zu Stande gekommen ist?
Kims Mutter meldete sich bei mir und stellte Kim dann zu einem vereinbarten Termin bei mir im Studio vor. Nach einigen Probeaufnahmen, stellte ich Kim und ihren Eltern den Song „I don´t wanna let u go“ vor, den ich eigens für Kim komponiert habe und den Kim unbedingt mit mir produzieren wollte und produziert hat. Ebenso standen ihre Eltern sehr positiv dahinter. Wir reisten gemeinsam nach Köln, um mit Lifestyler ein Promotionvideo für diesen Song zu machen. Dieses Video gibt es auch auf Youtube. Diese Studioaufnahmen gingen bis November 2009.
Du bezeichnest Dich selbst als den neuen Poptitan, Dieter Bohlen scheint also Dein großes Vorbild zu sein?
Ja, Sören Schnabel, der neue Poptitan. Das prägt sich ganz gut ein, habe ich festgestellt. Zunächst haben andere mich mit Dieter Bohlen verglichen und nannten mich den „Nachfolger“, schon zu einer Zeit, als ich noch viel jünger war und überall meine Songs selbst am Keyboard öffentlich spielte. Sicherlich ist Dieter Bohlen irgendwie auch ein Vorbild, allein schon, dass er so erfolgreich werden konnte. Aber auch mein älterer Bruder war , was Popmusik anbelangt, immer ein großes Vorbild für mich, denn der hatte mit seinen eigenen Songs schon mit 16 Jahren die Friedrich-Ebert-Halle in Hamburg Harburg gerockt. Auch Udo Lindenberg zeigte Interesse an seinen Songs.
Juror bei DSDS oder “Das Supertalent” – wäre das was für Dich?
Juror bei Supertalent oder DSDS? Warum nicht? Vor einigen Jahren, und zwar 2003 lud mich Ole Seelenmeyer ein, bei der Endausscheidung des deutschen Rock- und Popmusikerverbandes im CCH in der Jury zu sitzen. Das war sehr aufschlußreich, wie viele Begabungen es in der Musik eigentlich gibt. Diese Arbeit, zu entscheiden, wer weiterkommt, das ist nicht einfach, aber schließlich haben auch die anderen Juroren, so sah ich es im Nachhinein, ebenfalls für die Band gestimmt, für die ich gevotet hatte.
Ich hatte in einem Radio Interview gehört, dass Du bereits Dieter Bohlen einmal im Flugzeug getroffen hast, gab es da die Möglichkeit auch kurz mit ihm zu sprechen?
Ja, ich habe Dieter Bohlen mit seiner damaligen Lebensgefährtin Naddel auf dem Hamburger Flugplatz getroffen und angesprochen. Wir saßen dann zufällig im gleichen Flugzeug gen Süden. Mit meinem klassischen Bläserquintett „Mousse au Brasse“ war ich vom Deutschen Musikrat nach Barcelona zur Europäischen Jugendmusikwoche eingeladen worden. Das war, glaube ich, 1998. Ich habe damals fast 6 Jahre Kammermusik gemacht, gefördert vom Förderverein der Staatlichen Musikschule, Hamburg. Interessant auf diesem Flug war auch, dass ich ins Cockpit durfte und der Flugkapitän mir alles erklärte, ich glaube, das darf man heute nicht mehr aufgrund der Sicherheitsvorkehrungen.
Du hattest Dir vor knapp 10 Jahren vorgenommen, ein erfolgreicher Musikproduzent zu werden. Das Ziel hast Du laut Deiner eigenen Aussage erreicht. Viele Musiker wollen aktuell von Dir produziert werden. Doch einen Musiker konntest Du wohl offensichtlich nicht für Dich begeistern – Menowin Fröhlich. Warum ist es nicht zu einer Zusammenarbeit gekommen? Der Song wäre ja fertig gewesen für ihn?
Ja, Musikproduzent zu sein, das hat mich schon immer auf eigenartige Weise fasziniert, denn überall, wo ich mit der Musik war, bei Musik Workshops und internationalen Meisterkursen, habe ich natürlich auch meine Songs angebracht und irgendwie fanden die anderen das immer sehr cool, und ich natürlich auch.
Was ist aus dem Song angebotenen Song für Menowin Fröhlich geworden?
Sie meinen den Song „ Oh girl, I need you“. Immerhin waren viele auf der Youtube Seite deswegen, viele haben mir eine Mail geschrieben, dass sie gerade diesen Song gut finden. Wenn Menowin sich bisher nicht gemeldet hat, ja, ich laufe niemandem hinterher. Auf alle Fälle werde ich diesen Song mit einem guten Sänger später veröffentlichen.
Du hattest in dem schon angesprochenen Radio Interview gesagt, dass Menowin Fröhlich mit seinen Hits keinen Chartbreaker landen wird. Hattest Du schon Gelegenheit Menowin’s neusten Song “Faust Hoch” zu hören und wie ist Deine Meinung zum Song?
Ja, das ist jetzt ein Protestsong von Menowin, seine Gefühle, wie er in den letzten Monaten behandelt wurde, zumindest, wie er das empfindet. Hinzukommt, dass Menowin diese Musik verschenkt. Er muss das aber selber wissen, wenn er diesen Song als Freeware anbietet.
Mit Menowin hat es nicht geklappt, dafür war aber bereits Mario Fröhlich bei Dir im Studio. Mario ist bekanntlich der Bruder von Menowin. Er war in diesem Jahr beim X Factor Casting, die Jury Meinung war alles ander als positiv, was letztendlich das Aus für Mario bedeutete. Wie kam es, dass Mario dann bei Dir im Studio landete?
Mario Fröhlich war schon einmal in meinem Studio, hat von meinem Pop Titan´s Diarys auf Youtube gehört und einfach nicht locker gelassen; er wollte auch in einer Folge unbedingt dabei sein. Warum nicht. Auch Mario Fröhlich kämpft halt, und im Studio hatte er nicht ganz die Probleme, wie bei der Live Sendung bei X-Factor.
Was ist aus der Zusammenarbeit geworden? Wird es einen von Sören Schnabel produzierten Song von Mario geben?
Vorerst wohl nicht. Sänger, die bei mir einsingen, müssen auch in der Lage sein, auch live so singen zu können. Was ist, wenn ein Sänger mit einiger technischer Bastelei in einer Studioaufnahme gut klingt, das ist ja möglich, das kriegt man ja hin, das aber dann bei einem Livekonzert nicht bringen kann? Mario Loritz ist so ein Sänger, der ist im Studio gut, der ist beim Live Auftritt gut. So sollte es sein. Bei jedem Sänger/In, der/die rauskommen will.
Ein wirklicher X Factor Juwel ist auch in Deinem Hamburger Studio gelandet, die Rede ist von Mario Loritz. Über ihn hatten wir bereits schon während X Factor mehrfach berichtet. Leider reichte es für Mario am Ende nicht in die Live Shows. Wie genau ist hier der Kontakt zu Euch beiden entstanden?
Ich erhielt zahlreiche Anrufe von Rougé Brandt, der es zuvor als Manager von Mario Fröhlich versucht hatte. Nun setzt er sich für Mario Loritz ein. Ja, die Konkurrenz ist groß, aber ich empfinde das so ähnlich wie Till Brönner, der ja noch in der Finalsendung von Mario Loritz schwärmte. Das haben wir ja alle mitbekommen. Ich komme auch von dieser Tradition wie er her, dass man was können muss. Diese Vorraussetzungen erbringt Mario Loritz. So einfach ist das. Das andere ist Wettbewerb und Glück gehört einfach auch dazu. Auf alle Fälle hätte Mario Loritz durchaus noch weiter kommen können.
Der Song von Mario Loritz, der am Freitag erscheinen wir heißt “Ich kann nicht schlafen”, es ist ein Song in deutscher Sprache. War von Anfang an klar, dass es ein deutscher Song sein wird?
„Ich kann nicht schlafen“ habe ich Mario Loritz angeboten, weil er schon im X Factor Wettbewerb einen deutschen Song von Stefan Gwildis sehr gut rübergebracht hat. Und warum sollte es nur englische Songs geben?
Der Song wird zunächst nur als Download erhältlich sein. Rougé Brand der Manager von Mario Loritz hatte uns mitgeteilt, dass die Verhandlungen für die Veröffentlichung als CD Version noch laufen. Gibt es hier schon neue Informationen?
Nein, augenblicklich nicht. Alles muss sich ja entwickeln und man kann nicht immer das Ergebnis vorausnehmen. An eine CD, wenn alles klappt, denke auch ich, aber noch ist es nicht so weit.
Mario gehörte zu den beliebten X Factor Kandidaten, Du gehst davon aus, dass der Song auf Platz 1 landen wird, das minimum wäre Top 10 und wenn es ganz schlecht laufen würde Top 30. Das klingt sehr optimistisch. Was macht den Song zu einem Nummer 1 Hit?
Ja, wenn man gute Arbeit geleistet hat, und hier waren bei der Aufnahme alle mit Begeisterung dabei, dann darf man sich immer einen guten Platz vorstellen. Letztendlich aber ist das von verschiedenen Faktoren abhängig. Die Veröffentlichung des Songs hat sich schon sehr gut herumgesprochen und dann bleibt es abzuwarten. Für Mario wünsche ich es mir auf alle Fälle, denn er bringt sehr viel Talent und auch Live Erfahrung als Sänger mit. Wir planen daher auch, diesen Song „Ich kann nicht schlafen“ mit Mario Loritz mit einer Bigband aufzuführen; die Noten werden demnächst geschrieben.
Wird die Zusammenarbeit mit Mario Loritz fortgesetzt oder wird das abhängig von dem Erfolg der ersten Single gemacht?
Erfolg ist schon jetzt, so finde ich, die viele Aufmerksamkeit, die wir schon vor der Veröffentlichung am 10. Dezember 2010 bekommen haben. Eine Long CD ist auf jeden Fall anvisiert.
Aktuell veröffentlichst Du bei Youtube Dein Video Tagebuch, dass einige Einblicke in Deinen Alltag gibt. Würdest Du das Video Tagebuch als einen Erfolg bezeichnen? Wie lange geht das Ganze noch und wird es eine spätere Fortsetzung geben?
Ja, das Youtube Tagebuch war so eine Idee, einmal ein paar Episoden aus dem „Alltag“ hineinzusetzen, und spassige Einlagen sind auch dabei. Der Zuspruch nach den vielen Emails, die ich dann erhielt, war sehr gut. Viele fragen an, wann es weitergeht. Ich denke, irgendwann schon.
Auf welche weiteren musikalischen Highlights von Dir kann man sich im nächsten Jahr freuen? Gibt es da schon was zu verraten?
Im Studio wartet im nächsten Jahr viel Arbeit auf mich. Einmal eine eigene Klassik Trompeten CD und die Veröffentlichung meiner Single „Thriller Two – Can I trust U“ und den Dreh des Videos dazu. Das plane ich im nächsten Jahr, alles herauszugeben. Da steckt noch viel Arbeit drin.
Weihnachten wirst Du ganz klassisch zu Hause mit Deiner Familie inkl. Kirchengang verbringen. Passend dazu gibt es auch von Dir ein Weihnachtslied mit dem Titel “Christmas Day”. Hier singst Du selber oder?
Ja, auf Weihnachten freue ich mich, mit meiner Familie zu verbringen, das ist ja klar, obwohl ich in Sachen Musik auch unterwegs sein werde, wie jedes Jahr im Dezember. Der Song „Christmas Day“ ist auch meine Geschichte und die habe ich hier musikalisch als Sänger und Trompeter erzählt, dazu gibt es auch das Musikvideo, das erste professionelle Video von meiner Musik,das findet man auf der www.mvrecords.de Seite als auch auf meiner Trompetenseite www.soeren-schnabel.de.
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Du bist nicht nur Musik Produzent, sondern auch Sänger, spielst verschiedene Musik Instrumente u.a. auch Trompete. Was macht Dir am meisten Spaß? Selbst aktiv vor dem Mikro zu stehen oder Musik zu produzieren?
Musik machen bringt mir grundsätzlich viel Spass. Deswegen wollte ich schon als Kind Musik immer zu meinem Beruf machen. Das ist sehr kreativ und Einfälle kann man gut umsetzen, dadurch, dass ich ein eigenes Studio dafür zu Verfügung habe, sind die Wege kurz, denn über mein Plattenlabel Mvrecords kann ich meine Musik immer veröffentlichen. Live Konzerte liebe ich genauso. Ich stehe seit frühester Kindheit vor dem Publikum. Besonders der Klang der Trompete gefällt mir.
Das Jahr 2010 ist in wenigen Tagen schon vorbei. Für Dich war das Jahr extrem erfolgreich, was war Dein absolutes musikalische Highlight?
Das vermag ich jetzt gar nicht so zu sagen. Immer, wenn ein Konzert besonders gut gelungen ist, oder, wenn mir eine schöne Melodie für einen Song eingefallen ist, und ich die Musik im Studio dann umsetzen kann, dann spreche ich eigentlich auch schon von einem Highlight, Musik begleitet mich den ganzen Tag, und so wünsche ich mir das auch für das kommende Jahr.
Wir bedanken uns bei Sören Schnabel für dieses wirklich nette und interessante Interview und wünschen ihm und Mario Loritz viel Erfolg mit der Single “Ich kann nicht schlafen”. Ein Song, der sicherlich für eine Überraschung in den Charts sorgen könnte. Ich als Autorin dieses Interviews muss dabei mal ergänzen, dass ich den Refrain schon seit einer Stunde nicht mehr aus dem Kopf bekomme.
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