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Loveparade 2010 Duisburg: Keiner will die Verantwortung an der Katastrophe übernehmen – Warum mussten 19 Menschen wirklich sterben?


Autor Redaktion am 26.07.2010 Foto:



Loveparade 2010 Duisburg: Keiner will die Verantwortung an der Katastrophe übernehmen – Warum mussten 19 Menschen wirklich sterben? Hätte die Veranstaltung überhaupt auf dem Gelände am alten Güterbahnhof in Duisburg statt finden dürfen?

Nur einen Tag nach der schrecklichen Tragödie mit 19 Toten und 342 verletzten Menschen wurden brisante Informationen bekannt. Denn die Deutsche Polizeigewerkschaft soll angeblich für die Veranstaltung nur 500 000 Menschen angemeldet bekommen haben und die Stadt Duisburg soll nur 250 000 Besucher für das Gelände zugelassen haben. Doch angeblich soll der Veranstalter nach eigenen Angaben insgesamt 1,4 Millionen Menschen gemeldet haben!

Die Pressekonferenz mit den Verantwortlichen der Loveparade 2010 fand gestern um 12 Uhr im Duisburger Rathaus statt, aber die hätte auch nicht statt finden müssen, denn man erhielt dort keine Antworten auf die vielen offenen Fragen. Keiner wollte Schuld haben, keiner die Verantwortung übernehmen. Doch die Öffentlichkeit will Antworten bekommen und die Angehörigen der Opfer erwarten Antworten, warum diese Tragödie überhaupt passieren konnte!

Das haben wir Heute Morgen auf BILD.de gefunden und es lohnt sich wirklich zu lesen:

• Wolfgang Rabe, Leiter des Krisenstabs: „Der gesamte Weg ist genehmigt und abgesprochen worden. Der Festplatz war zu keinem Zeitpunkt gefüllt.“
• Loveparade-Geschäftsführer Rainer Schaller: „Das Sicherheitskonzept, das mit der Polizei und der Stadt aufgestellt wurde, hat eigentlich hier keine Bedenken ergeben.“
• Auch Duisburgs Oberbürgermeister Adolf Sauerland wies jede Schuld von sich: Es „lag nicht am Sicherheitskonzept, das nicht gegriffen hat, sondern wahrscheinlich an individuellen Schwächen.“
• Polizeipräsident Detlef von Schmeling: „Die Polizei hat sehr intensiv in den Besucherstrom eingegriffen. Zum Zeitpunkt des Unfallgeschehens gab es noch Bewegungsmöglichkeiten auf der Rampe.“
Bewegungsmöglichkeiten? Die Bilder von eingequetschten Menschenmassen vorm Zugang sprechen eine andere Sprache!
• Wolfgang Orscheschek (51) von der Polizeigewerkschaft: „Der Veranstalter hat 500 000 Menschen angemeldet, wir haben sogar mit 1,5 Millionen gerechnet. Das Gelände ist groß genug für 250 000 Menschen. Wer diese Zahlen kennt, musste wissen: Das passt nicht!“ Der Trick: in der Planung war man einfach davon ausgegangen, die 500 000 Besucher würden sich über die gesamte Stadt verteilen!
• Gewerkschafts-Sprecher Orscheschek: „Man wollte durch ein besonderes Sicherheitskonzept die Massen entzerren. Man baute lange Umwege und unterwegs Bühnen, damit dort schon Menschen stehen bleiben. Außerdem hoffte man, dass die ersten schon wieder gehen, wenn die große Masse kommt. Diese Hoffnungen haben sich nicht erfüllt. Im Präsidium hatten alle Bedenken und Sorgen vor diesem Tag.“
• Auch die Feuerwehr hatte gewarnt! Bereits im Oktober 2009 soll der Stadt in einem internen Vermerk mitgeteilt worden sein, dass es zu gefährlich sei, die Besucher durch den Tunnel zu schicken, berichtet die „Kölner Rundschau“.
Panikforscher Prof. Michael Schreckenberg, an der Planung des Festivals beteiligt, räumte gestern Fehler ein: „Wir haben gewarnt. Aber wir hätten vielleicht stärker warnen müssen.“
Der Tunnel habe nur eine Kapazität von 20 000 Menschen pro Stunde. Der Professor: „Dass der Tunnel eine gefährliche Engstelle sein könnte, darauf habe ich hingewiesen. Es hatte aber detaillierte Planungen für Zu- und Abstrom der Besucher gegeben. Warum das nicht funktioniert hat, weiß ich nicht. Vielleicht haben sich die Menschen gegenseitig blockiert.“
Die schwersten Vorwürfe erhebt Thomas Wenner (62), früherer Polizeipräsident von Bochum.
Er glaubt, dass die Verantwortlichen die Gefahr kannten, sagt: „Ich zeige den Oberbürgermeister der Stadt Duisburg, die leitenden Beamten der Stadt und die Veranstalter an.“ Er hatte im vergangenen Jahr die Loveparade in Bochum abgesagt: „Ich wollte die Sicherheit nicht opfern auf dem Altar der Spaßgesellschaft. Genau das ist nun geschehen.“
Auch von Opfer-Anwälten gingen inzwischen erste Anzeigen ein.
Loveparade-Chef Rainer Schaller verkündete gestern das Ende des Techno-Spektakels: „Aus Respekt gegenüber den Toten und deren Familien werden wir die Veranstaltung nicht mehr fortsetzen. Das bedeutet auch das Aus der Loveparade.“

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